Ideen für das Fach Kunsterziehung
in Anlehnung an den bayerischen Hauptschullehrplan

Kunst 7

Bildnerische Praxis
7.1 Sehen, Abbilden, Veranschaulichen: Zeigen durch Zeichnen

Lernziele
Durch genaues Beobachten und Beschreiben der sichtbaren Erscheinung werden die Schüler angespornt, die Gegenstandswelt naturgetreu zu erfassen und darzustellen. An einfachen Objekten sollen sie charakteristische Erscheinungsmerkmale selbst entdecken und wiedergeben. Die Aufgabenstellung berücksichtigt dabei den individuellen Entwicklungsstand. In Bildfolgen sollen die Schüler lernen, Vorgänge zu schildern und den Ablauf in bildnerisch ergiebige Momente zu gliedern. Im Betrachten exemplarischer Beispiele (Bildgeschichte, Comic, bildliche Anleitung) gewinnen sie Einblick in gestalterische Möglichkeiten, zeitliche Abfolgen bildhaft zu veranschaulichen.

Lerninhalte
Sachliches Zeichnen einfacher Gegenstände und Dinge
Gestalten:
- Skizzieren und Zeichnen von Objekten ’ 7.4
- Erzeugen grafischer Strukturen zur Charakterisierung von Oberflächen
- erklärendes Zeichnen (evtl. auch mit Detaildarstellungen und erläuternden Texten)
Betrachten:
- Beobachten und Beschreiben charakteristischer Erscheinungsmerkmale an konkreten Objekten und Gegenständen

Praxisbeispiele


Bilderfolgen (Vorgangsbeschreibung, Bildgeschichte, Comic)
Gestalten:
- Gliedern eines Vorgangs in charakteristische und bildwirksame Momente (Skizzen)
- Darstellen als Bilderfolge
Betrachten:
- Comics ’ E 7.2
- bildliche Anleitungen (Gebrauchsanweisungen)
- Bilderzyklen in der Kunst

Praxisbeispiele




Bildnerische Praxis
7.2 Darstellen, Verändern, Übertreiben: Typen und Charaktere

Lernziele
Jugendliche suchen nach Orientierung und wählen sich oft Vorbilder, die sie zu Idolen überhöhen und denen sie durch Nachahmung ihrer Kleidung und Haltung nahe zu kommen suchen, in der Hoffnung, ihr schwankendes Selbstwertgefühl dadurch zu stützen und Anerkennung in ihrer Gruppe zu gewinnen. Dabei fällt es ihnen noch schwer, Schein und Sein, Wunsch und Wirklichkeit auseinander zu halten. Die praktische Auseinandersetzung mit gängigen Figuren- Stereotypen aus der Medienwelt, der Mode oder des Sportes kann die hier nötige Klärung unterstützen. Im vergleichenden Erkunden solcher Typen-Muster sollen die Schüler lernen, deren Erscheinungsbild und Wirkung zu verstehen und mögliche eigene Abhängigkeiten von solchen Einflüssen zu erkennen. Durch Betonen, Übertreiben und Verändern der Körperproportionen, der Haltung und „Aufmachung“ der Helden, Anti-Helden und der Umgebung, in der sie auftreten, sollen die Schüler in eigenen Bildern Möglichkeiten der Distanzierung erfahren. Dabei kann ihnen die Technik der Collage als Zuordnungsspiel mit gegebenen Bildelementen hilfreich sein.

Lerninhalte

Rollen und Erscheinungsbilder ' KR 7.5.1, EvR 7.1
Helden und ihre Widersacher; Idole und ihre Fans; Berufstypen

Gestalten:
Collagieren, Zeichnen, Malen, plastisches Formen
- Verdeutlichen charakteristischer Merkmale, Körperproportionen und -haltungen ’ 7. 6 Bekleidung/Attribute ’ 7. 5
- Verändern von Erscheinungsmerkmalen, z. B. durch Betonen, Übertreiben, Umkehren, Vertauschen
Betrachten:
Helden, Typen und Stars aus Sage und Märchen, der Film- und Popszene, dargestellt auf Fotos, in Illustrationen, Karikaturen, in der Werbung und in der Kunst
- Beschreiben von Aussehen, Haltung, Mimik, Gestik und Ausdruck,
- Vergleichen der Wirkungen

Praxisbeispiele








Kunstbetrachtung
7.3 Von Künstlern der Renaissance und des Barock: Lebensbilder

Lernziele
An je einem Beispiel aus der Renaissance und dem Barock sollen die Schüler Einblick in die Lebensgeschichte und das Werk großer Künstler gewinnen ’ G/Sk/Ek 7.5.2. In lebendigen und wirklichkeitsnahen Schilderungen menschlicher Schicksale, die nicht nur Erfolge, sondern ebenso Konflikte, Enttäuschungen und Niederlagen darstellen und die Schattenseiten einer Biographie nicht ausblenden, sollen die Schüler beispielhaft erfahren und verstehen lernen, wie sich die Künstler mit den Gedanken ihrer Zeit, mit ihren Lehrmeistern und Kollegen, Auftraggebern und Förderern schöpferisch auseinander setzen.

Lerninhalte
Gestalten:
als szenisches Spiel ' 7.7 z. B.:
- Michelangelo in der Sixtinischen Kapelle
- Leonardo erfindet den Hubschrauber
- was Dürer in Italien erlebt
- ein bayerischer Barockbaumeister bei der Arbeit an einer Kirche (einem Schloss)
Betrachten:
Leben und Werk zweier Künstler
- Lebensgeschichte: Herkunft, Lehrzeit, Reisen, Förderer, Familie, Schicksalsschläge
- Werkbetrachtung: Inhalt, Form, Ausdruck, Herstellung
- Wechselwirkung von Leben und Werk

Praxisbeispiele




Gestaltete Umwelt
7.4 Erkunden und Erklären: Kunsthandwerk und Handwerkskunst

Lernziele
Im Zeitalter der industriellen Massenfertigung geht das Empfinden für kunsthandwerkliche Leistungen leicht verloren. Deshalb sollen die Schüler in ihrer Umgebung nach einem ästhetisch und handwerklich gut gestalteten Gegenstand suchen und dessen Fertigungsweise und Verwendung erkunden ’ AWT 7.1. Dazu sollen sie Leute befragen, die noch wissen und zeigen können, wie er einmal gemacht worden ist und welche Überlegungen und Planungen dazu notwendig waren. Dabei sollen die Schüler einen Einblick in (kunst-)handwerkliche Berufe gewinnen und über das Verstehen der Herstellungsverfahren zu einer Wertschätzung ihrer Erzeugnisse kommen. Ihre Erfahrungen sollen die Schüler durch Fotos und erklärende Zeichnungen ihren Mitschülern weitergeben.

Lerninhalte
Schön gestaltete Gegenstände und Objekte,
z. B. vom Weber, Schreiner, Drechsler, (Gold-)Schmied, Steinmetz, Instrumentenbauer

Gestalten:
- Erkunden örtlicher Beispiele
- Befragen von Experten (Werkstattbesuch)
- Besuch eines Heimatmuseums
- Präsentation in einer Ausstellung
Betrachten:
- Dokumentieren der Objekte (Zeichnung, Foto)
- Fertigen erklärender Zeichnungen

Praxisbeispiele








Gestaltete Umwelt
7.5 Produkte als Imageträger: Mode und Moden

Lernziele
Durch die Auseinandersetzung mit Imageträgern und Statussymbolen in der Werbung sollen die Schüler ein kritisches Bewusstsein im Umgang mit den Erzeugnissen der Konsumwelt gewinnen und allmählich fähig werden, den Gebrauchswert der Produkte von ihrem "Image-Wert" zu unterscheiden. Neben dem Vergleichen, Bewerten und Beurteilen von Markensignets und deren Wirkungen sollen die Schüler eigene Entwürfe entwickeln und diese themenbezogen ausgestalten. ’ D 7.2.2, Mu 7.4.2, AWT 7.3.5

Lerninhalte
Aussehen und Wirkung aktueller Statussymbole
z. B. in den Bereichen: Kleidung, Schmuck, Make-up – Fahrzeuge – Freizeit
Gestalten:
Collage, Zeichnung oder überarbeitete Fotokopie Aufgabenbereiche zur Wahl:
- Entwerfen, Ausführen und Anwenden eines eigenen Markenzeichens für ein Produkt
- Selbstdarstellung mit aktuellem „Outfit“
- plastisches Formen einer „Modepuppe“
Betrachten:
Vergleichen und Beurteilen
Erscheinung, Gebrauchswert und Image von
- Produkten und Markensignets
- Produkten und ihrer Werbung
- in den Printmedien und im Fernsehen

Praxisbeispiele




Visuelle Medien
7.6 Drucken: Frisch aus der Presse

Lernziele
Im Erkunden und Erproben traditioneller und neuer Drucktechniken lernen die Schüler verschiedene Formen druckgrafischer Gestaltung und ihre spezifischen Ausdrucks- und Anwendungsmöglichkeiten kennen. Beim Entwickeln eigener Entwürfe und ihrer Umsetzung in manuelle Bilddrucke sollen die Schüler an zwei geeigneten Aufgabenstellungen lernen, auch die Vorzüge der Vervielfältigung sinnvoll zu nutzen. Bei der Gestaltung von Schriftsätzen können die Schüler Einblick in neuere Möglichkeiten elektronischer Textverarbeitung gewinnen.

Lerninhalte
Aufgaben zur Wahl: Karte oder Briefmarke; Kalender oder Bilderbuch/Leporello ’ D 7.2.4
Gestalten:
- Erproben von Drucktechniken
(Stempel oder Linolschnitt oder Radierung)
- Nutzen von Vervielfältigungsmöglichkeiten
- ggf. Schriftgestaltung mit dem Computer
Betrachten:
- Druckstöcke und historische Drucke
- künstlerische Druckgrafik der Moderne
- ggf. Museumsbesuch; Erkunden einer Druckerei

Praxisbeispiele




Darstellendes Spiel
7.7 Rollen erleben und darstellen: Wer bin ich – wer könnt' ich sein?

Lernziele
In ihren Darstellungsversuchen sollen die Schüler fähig werden, mit Spielfreude einfallsreich in fremde Rollen zu schlüpfen und im Zusammenspiel sensibel auf die Spielpartner zu reagieren ’ S 7.4.1; Mu 7.3.

Für das Entwickeln und Darstellen kurzer Spielszenen ' KR 7.5, D 7.2.3
stehen zur Wahl:

Lerninhalte

Das personale Spiel
in einfacher Verkleidung und den Ausdrucksmitteln Mimik, Gestik, Haltung, Bewegung und Sprache

Das Maskenspiel
mit selbst gestalteten Masken und den Ausdrucksmitteln Geste, Gebärde und rhythmischer Körperbewegung
zur Musik, die den Verlust mimischer Ausdrucksmöglichkeiten am besten kompensieren kann.
Gestalten:
- Entwickeln einer Spielidee (Gruppenarbeit)
- Einfühlen in die Rolle; Erproben körpersprachlicher Ausdrucksmöglichkeiten
- Personenspiel: Erproben mimischer und sprachlicher Ausdruckswerte (Artikulation, Färbung, Tempo, Pausen)
- Maskenspiel: Herstellen und Einsetzen einer Spielmaske z. B. Strumpf- oder Tütenmaske, Halb- und Ganzmaske, Großmaske
- Proben und Darbieten der Szene (Zusammenspiel)
Betrachten:
- - Beobachten der Mitschüler während sie spielen
(ggf. nach Videoaufzeichnung)
- Einbringen von Verbesserungsvorschlägen
- Szenisches Spiel in Film und Fernsehen
- Masken aus verschiedenen Kulturkreisen,
Maskenspiele aus dem Brauchtum

Praxisbeispiele






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